26.August
In den letzten Tagen ist bei uns nicht all zu viel neues passiert. Die Bilder vom Machans Beach habt ihr sicher alle schon bewundert, oder? Das war echt ein toller Strand! Kein Mensch weit und breit und die Sonne nur für uns :) Das Glück war perfekt als wir noch eine gefüllte Kokosnuss fanden und Timo sie sogar mit aller Kraft aufschlagen konnte (ein Video davon findet ihr unter T&T-TV). Ins Meer sind wir dann aber doch nicht, weil es sehr matschig und trüb aussah. Also haben wir uns ein Sonnenbad genossen, auch mal nicht schlecht :) Abends ging es dann noch zum Festival von Cairns, wo an diesem Abend (Samstag war es) ein großes Feuerwerk stattfand. Tausende Menschen waren unterwegs… fast ganz Cairns konnte man denken. Das Feuerwerk war sehr schön! Anschließend ging das Festival dann richtig los, mit einem großen Konzert – was uns aber nicht so sehr gefallen hat :P Was man auch in Massen sehen konnte waren Aborigenes, junge, alte, leider einige besoffene :-O teilweise echt ganz schön gruselig!
Für den Donnerstag (den 27.8.) ist nun unsere Abreise von Cairns geplant, jedoch wollten wir die letzten Tage nicht nur rumgammeln und die Zeit an uns vorbeifliegen lassen, sondern nochmal etwas sehen, etwas tolles… also buchten wir uns noch eine letzte Tour, zum Cape Tribulation.
Diese Tour war für heute (Di 25.8.) geplant. Um 6 Uhr mussten wir bereits aufstehen, weil wir halb 8 unweit von unserem Hostel abgeholt werden sollten. Nicht ganz pünktlich kam dann unser Tourbus mit schon einigen Abenteuerhungrigen an Bord an. Als alle Passagiere eingesammelt und das Gepäck der Mehrtages-Tourer verstaut war fing unser Reiseführer an zu erzählen und zu erzählen. Anschließend musste sich jeder vorstellen, mit Namen und Herkunftsland + Smalltalk mit dem Guide. Die Frage, die ihm bei jedem der Mitreisenden am meinsten auf der Zunge brannt war „Are you a folder or a cruncher or a origami?“ Womit er erfragen wollte, was jeder mit seinem Klopapier auf der Toilette so anstellt ;) Die Fahrt ging weiter über den Captain Cook Highway bis nach Port Douglas. Dort sammelten wir auch noch eine weitere Backpackerin (aus Deutschland) ein und nahmen einen Australier ein paar Straßen mit (er war im übrigen ein cruncher). In Port Douglas sind im übrigen ein Viertel der Einwohner Multimillionäre.
Nun gings zu unserem ersten Halt, dem Mossman Gorge. Dreißig Minuten hatten wir Zeit das Gebiet zu erkunden. Da gab es einen kurzen Weg durch den Urwald und dann eine Aussichtsplattform, von der aus wir auf einen Fluss schauen konnten indem riesige Steine, man kann glatt sagen Felsen lagen. Fische konnte man beobachten und an manchen Tagen sogar Schildkröten, aber wir haben leider keine gesehen. Anschließend haben wir noch kurz die Wassertemperatur getestet, aber es war so kalt, dass wir nicht baden wollten, außerdem reichte die Zeit nicht mehr aus.
Wieder im Bus angekommen ging die Fahrt weiter zu einem kleinen Wildpark (Daintree Wildlife Sancturay) . Dort haben wir riesige Krokos gesehen, aber die waren noch nicht mal ausgewachsen. Das Größte war mit 4,5m und ca. 40 Jahren weder bei der Hälfte seiner Körpergröße noch seines Alters angekommen. Männliche Saltzwasserkrokodile („salties“) werden bis zu 9m lang! Unser Bus war ca. 7m – beängstigend. Kängurus lagen faul auf ihrer Haut und jede Menge Cassowarys liefen herum. Zwei Junge Cassowarys liefen frei draußen herum, weil sie noch nicht so gefährlich sind wie die Erwachsenen. Die können nämlich richtig aggressiv werden und einem schwere Verletzungen zufügen. Aber interessant sind sie auch, sie fressen ca. 10kg Früchte am Tag und können Früchte so groß wie eine Mango durch ihren Hals befördern und Bananen mit ihrem Schnabel schälen. Das soll mal einer nachmachen! Außerdem liefen einige Kängurus und ein paar Wallabys frei herum. Putzig ;)
Nach der Besichtigung der vielen tropischen Tiere gab es noch einen Tee oder einen Kaffee für jeden und dann ging die Fahrt weiter, vorbei an vielen Tee- und Zuckerrohrfeldern zum Alexandra Range lookout. Von dort aus hatte man einen wunderschönen Ausblick auf das Riff, Snapper Island und den Daintree River. In der vor uns liegenden Bucht ist vor einigen Jahren Steve Irewen von einem Rochen erstochen wurden.
Danach haben wir den tiefen Urwald erkundet, unser Reiseführer hat uns einige Pflanzen und Tiere vorgestellt. Eine Pflanze, die „Wait-a-While“ hat uns dabei besonders beeindruckt. Diese Pflanze hängt an einigen Bäumen teilweise bis zum Boden und besitzt Widerhaken. Diese dünne, unscheinbare Pflanze ist so stabil, dass man damit Häuser bauen und fischen kann und sie soll sogar schon Motorradfahrer und Reiter von ihrem Gefährt gerissen haben, wenn diese daran hängen geblieben sind. Wir sind natürlich nicht durch die Büsche und Sträucher gekrochen, sondern auf einem Rundweg (Marrdja Boardwalk) durch den Urwlad gelaufen.
Weiter gings zum Cape Tribulation Beach, wo auch ein Picknick stattfand. In der Zeit als wir unser Picknick genießen konnten, hat unser Guide den anderen Teil unserer Gruppe zu ihrer Unterkunft gebracht, denn sie hatten noch eine Nacht im Cape Tribulation gebucht. Nach dem Essen haben wir nochmal unsere Füße ins Wasser getaucht – welches angenehm warm war. In dieser Bucht sind die Mangroven direkt bis ins Wasser gewachsen, aber Krokodile werden in der Bucht nur äußerst selten gesichtet, sie halten sich mehr in den Flüssen auf. Sogenannte „Stingers“, also Quallen, kommen auch nur in der Zeit zwischen Oktober und Mai vor. Also kaum Gefahr.
Nun waren es auf unserer Tour nur noch zwei Stationen, die wir für diesen Tag geplant hatten. Zum einen sind wir mit einem Boot auf dem Daintree River gefahren und wollten Krokodile in freier Wildbahn finden und beobachten. Wir fanden einige mittelgroße und kleine, aber leider kein 5m langes…:( Das wäre „Albert“ gewesen, ein knapp 5m Reptil, das Oberhaupt eines knapp 18km langen Flussgebietes. Auch „Scarface“, das zweite dominante Männchen in diesem Gebiet bekamen wir leider nicht zu Gesicht. Das Wasser stand so hoch, das die meisten Uferbänke, also die bevorzugten Sonnenplätze der Krokos, überflutet waren. Jedoch haben wir drei Weibchen gesehen. Eine davon hieß Elisabeth. Weibchen werden aber lange nicht so groß wie die Männchen. Sie hören bei ca. 3m Länge auf zu wachsen. Die Männchen hingegen wachsen weiter, und weiter, und weiter, und weiter…. Ein ganz kleines Kroko, vielleicht 30 cm lang und 5 Monate alt haben wir auch gesehen. Im Gegensatz zu seinen großen Artgenossen war das echt süß ;) Diesmal hatten wir einen anderen Guide, der uns durch den Fluss geführt und uns Pflanzen und Tiere erklärt und ausfindig gemacht hat. Wieder an Land gab es für jeden nochmal einen Tee bzw. Kaffee, Tina ist aufs Männerklo gegangen (so was dummes aber auch – hab mich voll geärgert im Nachhinein) und etwas später machten wir uns auf den Heimweg.
Als es schon dämmerte kamen wir an unsere letzten Punkt der Tour, dem Rex Range Lookout, einem Aussichtspunkt. Da es sich leider am Himmel ganz schön zugezogen hatte konnten wir Snapper Island, zwei Inseln, die aussehen wie ein Krokodil im Wasser, von dem nur der Kopf rausguckt, nicht mehr sehen. Sehr schade :(
Gegen 8 Uhr abends sind wir dann wieder am Hostel angekommen und können nun sagen, dass es ein wunderschöner aufregender Tag war!