Angekommen im Top End
Hallo ihr Lieben zu Hause.
Heute gibt es mal wieder einen Blogeintrag :) Am vergangenen Sonntag sind wir in Darwin, dem Top End Australiens angekommen und haben auf dem Weg seit Broome wieder einiges schönes und spannendes erlebt.
Von Broome aus wollten wir ja eigentlich über Derby auf die „Gibb River Road“ fahren, einer mehr als 600km langen ungeteerten Straße druch das wunderschöne Gebiet der Kimberleys. Doch wir haben uns am Tag der Abfahrt noch anders entschieden, weil die Straße durch viel Regen ziemlich schlammig und rutschig gewesen sein soll. Außerdem war noch mehr Regen vorhergesagt und wir wollten nicht riskieren irgendwo zu stranden, weil eine Flussdurchfahrt zu tief ist oder sowas in der Art. Also sind wir auf dem normalen Highway weitergefahren. Die Strecke war zwar viel langweiliger aber dafür ging es schneller. Mal abgesehen davon waren einige Sachen an der „Gibb“ gesperrt und wir hätten sie uns nicht angucken können, also hätte es wenig Sinn gemacht die Strecke zu fahren. Also sind wir in zwei Tagen über den Highway von Broome nach Kununurra gefahren, dem anderen Ende der „Gibb“. Von dort aus sind wir dann doch noch ein Stück auf die „Gibb“ gefahren, zuerst zum „Emma Gorge“ und danach zum „El Questro Gorge“. Zwei wunderschönen schluchten die jeweils an einem Wasserfall beginnen.
Die Warnungen über die Straßenbeschaffenheit waren nicht falsch, denn schon nach den ersten Kilometern auf der „Gibb“ sah Willi aus wie Sau, vollgespritzt mit Schlamm und Dreck, denn die Straße war wirklich mistig und rutschig. Doch Emma Gorge war bald erreicht und wir konnten unsere kleine Wanderung beginnen. Leider fing es gerade wieder an leicht zu regnen, sodass wir noch unsere Regenjacken auspacken mussten. Dann ging die etwa 3km lange Wanderung los. Zuerst ging es über einen Trampelpfad durch recht dichten Regenwald, bald wurde der Weg aber schwieriger und man musste über über einige Felsen klettern um weiterzukommen. Einige Male mussten wir dabei Emma Creek, also den Fluss der durch die Schlucht fließt, kreuzen – möglichst ohne nasse Füße zu bekommen ;) Das Wasser in dem Creek war so klar und sauber, das man es ohne Probleme trinken konnte. Gut für uns, denn wir hatten vergessen uns was zu Trinken einzupacken. Nach einer guten Stunde hatten wir das Ende der Schlucht erreicht, dem Ort wo der Wasserfall in ein permanentes Wasserloch fällt wo man wunderbar baden kann. Das haben wir dann auch gleich gemacht, zwar hatten wir keine Badesachen dabei, aber man hat ja meistens Unterwäsche an :p Trotz dem das Wetter eigentlich kein Badewetter war (es regnete immernoch) war das Bad wunderbar erfrischend. Nachdem wir dann einigermaßen an der Luft getrocknet waren ging es auf den Weg zurück zum Parkplatz, denn wir wollten ja noch zum El Questro Gorge fahren und hatten für den Weg dorthin (nach Aussagen anderer) schon Schlimmstes befürchtet.
Bis zur Abzweigung zum Gorge war auch alles noch ganz angenehm, zwar war die Straße oft wie Wellblech, aber wir waren es ja inzwischen einigermaßen gewohnt durchgeschüttelt zu werden. Aber ab der Abzweigung zum Gorge, wo dann auch das Schild „4WD Track“ stand, wurden unsere Befürchtungen wahr, denn eine riesige, ziemlich schlammig aussehende Pfütze lag vor uns. Zum Glück hatten einige andere vor uns schon eine Umfahrung um das Loch festgefahren – wir mussten auch nicht durch. Danach war die Strecke auch recht in Ordnung. Bis auf ein paar kleine Pfützen war nichts besonderes – bis zu diesem einen Moment. Hinter einer Kurve tauchte ein etwa 50m langes Wasserloch auf, das leider ziemlich trüb und dadurch nicht einzuschätzen war. Tina hat gleich gesagt „da fährst du nur über meine Leiche durch!“ und wäre am liebsten direkt umgedreht, denn diesmal gab es keine Umfahrung – wir MUSSTEN durch. Glücklicherweise kam direkt hinter uns ein anderes Auto das quasi nicht viel anders war als unseres. Wir haben sie vorbeigelassen und sie sind ohne zu zögern einfach durchgefahren und haben es auch problemlos auf die andere Seite geschafft. Also war für mich die Entscheidung gefallen – wenn die das können, können wir das auch. Also wurde Willi startklargemacht und es ging los. Zunächst war es nicht wirklich tief, so die ersten 5m Danach ging es aber ein Stück runter und somit stand das Wasser immer höher :-o Einige Meter weiter ging es wieder etwas hoch und kurz vorm Ende nochmal etwas runter, bevor dann die recht steile Ausfahrt kam. Ein Glück – wir hatten es geschafft. Aber es war wirklich knapp. Obwohl das Wasser nur ca. 50cm tief war, hat es sich vor uns ziemlich hoch aufgebaut, denn aus Angst stecken zu bleiben bin ich etwas schneller gefahren. Die erste Hürde hatten wir also problemlos gemeistert, jedoch wurde es kaum besser, denn hinter der nächsten Kurve kam auch schon das nächste Loch. Also neues Spiel – neues Glück. Diesmal ging es aber noch einfacher, denn das war wirklich nur eine tiefe Pfütze, vielleicht 25cm tief, das ging natürlich ohne Kummer ;)
Der Rest der Strecke war dann nur recht zerfahren und steinig aber ohne große Hindernisse. Die Mühe hatte sich jedoch gelohnt denn die Wanderung im Gorge war wieder wunderschön. Wir sind diesmal jedoch nicht die ganze Strecke gegangen, denn für die sollte man mindestens 5h einplanen, so viel Zeit hatten wir aber leider nicht mehr. Also sind wir auf halbem Weg umgekehrt und zurück zum Auto. Die Rückfahrt durch das Große Wasserloch hatten wir uns eigentlich noch schwieriger vorgestellt, denn die Einfahrt war ziemlich steil und wir haben befürchtet zu tief einzutauchen. Die größte Sorge bei solchen Wasserdurchfahrten ist, das man, wenn man Pech hat, Wasser durch den Luftfilter in den Motor bekommt. Und das wäre quasi der Exitus ;) Also waren wir beide ziemlich gespannt und aufgeregt, aber wir haben es langsamer angehen lassen und dadurch war alles kein Problem. Too easy! ;)
Auf dem Weg zurück zur geteerten Straße war dann normal, wie immer. Zwar etwas dreckig aber damit hatten wir ja gerechnet. Zurück in Kununurra haben wir dann etwas eingekauft und sind dann losgefahren Richtung Lake Argyle, einem Stausee der bis zu 18 Mal mehr Wasser als das Hafenbecken in Sydney halten kann, vorausgesetzt er ist voll gestaut, aber das war er das letzte mal in den 70ern. Es war leider schon längst dunkel als wir ankamen sodass wir nicht nochmal einen Blick auf den See genießen konnten. Das haben wir dann am nächsten Morgen gemacht, bevor wir weitergefahren sind. Es gibt eine kleine Straße die an zwei Aussichtspunkten vorbeiführt und auf der man schließlich auf die Staumauer fahren kann. Nachdem wir das getan hatten sind wir weiter nach Katherine gefahren. Das hieß für uns, das wir das schöne Western Australia verlassen mussten und wieder im Northern Territory waren. Das soll aber nicht heißen das es dort weniger schön ist ;) Nach ein paar Stunden fahrt haben wir in Katherine auf dem Campingplatz eingecheckt und haben noch einen kleinen Spaziergang zu den Heißen Quellen im Ort gemacht. Diese sind zwar nicht tatsächlich heiß, aber im Gegensatz zu normalem Quellwasser ziemlich warm, sodass man schön drin baden kann. Eine Abkühlung sind sie aber keinesfalls ;)
Den nächsten Vormittag haben wir dann damit verbracht zum Katherine Gorge zu fahren und eine kleine Wanderung zu machen. Der Gorge selbst fanden wir nicht sonderlich beeindruckend, er ist zwar ziemlich breit und tief, aber im Vergleich zu anderen Schluchten hat er uns nicht umgehauen ;) Also sind wir dann gleich weitergefahren zum eigentlichen Tagesziel, dem Litchfield Nationalpark. Dieser liegt etwa 100km südlich von Darwin und hat einige schöne Wasserfälle und wunderbare Bademöglichkeiten zu bieten. Dazu kommt noch ein Gebiet in dem viele verwitterte und zerfallene Sandsteinsäulen und -wände stehen. Diese werden „Lost City“ (die verlorene Stadt) genannt, denn die Formationen können durchaus an die Ruinen einer Stadt erinnern. Da wir erst am späten Nachmittag da waren haben wir uns nur noch einen Campingplatz gesucht und unser Lager hergerichtet. Nach einer ziemlich warmen und schwülen Nacht sind wir zu den Florence Falls gefahren, unserem ersten Badestop für diesen Tag. Um zum Fuß des Wasserfalls zu kommen musste man 135 Stufen hinabsteigen (und leider auf dem Rückweg auch wieder hinauf), wurde aber mit einem schönen erfrischenden Bad belohnt. Dieser Ort schien aber bei Touranbietern ziemlich beliebt, sodass es echt voll war. Wir sind dann, nachdem wir uns genug erfrischt hatten, zurück zum Auto und nur ein paar Kilometern zu den „Buley Rockholes“ gefahren. Dort fließt der Fluss über einige terrassenförmig angeordnete Wasserlöcher stromabwärts. Diese Löcher sind bis zu 5m tief und laden auf jeden Fall zum Baden ein! Wir hatten sowieso schonwieder eine Abkühlung nötig denn es war (und ist immer noch) verdammt heiß und schwül hier im Norden.
Wir sind dann bald weitergefahren, als erstes zur „Lost City“, die ich oben schonmal beschrieben habe. Danach ging es zum „Tolmer Fall“, einem ziemlich hohen Wasserfall, wo man allerdings nicht baden kann. Von einem Aussichtspunk kann man aber zusehen wie er in die Tiefe stürzt.
Die „Wangi Falls“ waren dann der letzte Halt für diesen Tag. Dort haben wir auch unser Nachtlager aufgeschlagen und haben versucht trotz der Hitze nicht wahnsinnig zu werden ;) Baden ist zur Zeit bei den Wangi Falls auch verboten weil hin und wieder Krokodile auftreten können, vor allem wenn viel Wasser im Creek ist.
Am nächsten Tag hieß es dann auf nach Darwin. Das letzte Highlight für uns im Park waren für uns die Hügel der „magnetic Termites“ (magnetische Termiten). Diese richten ihre Termitenhügel exakt nach dem Gang der Sonne aus. Die Hügel sehen aus wie Grabsteine. Die breiten Seiten sind der Morgen- bzw. Abendsonne zugewandt und die schmalen Seiten der heißen Mittagssonne. Dadurch erreichen die Termiten eine gleich bleibende Temperatur in ihrer Burg und überhitzen nicht. Schlaue Tiere!
Danach ging es für uns weiter nach Darwin, wo wir jetzt auch noch sind. Hier warten wir noch Tinas Geburtstag ab und fahren dann weiter zum Kakadu Nationalpark. Das wird wohl einer der letzten großen Ereignisse hier in Australien sein. Danach fahren wir quasi schon zurück nach Cairns. Allerdings mit Zwischenstopp auf „unserer“ Rinderfarm wo wir am Anfang unserer Reise schon waren.
Also dann, wir melden uns sicher bald wieder! Jetzt erstmal viel Spaß mit den Bildern :)
Bis bald,
Liebe Grüße von Timo & Tina
