Von Adelaide nach Alice Springs
Der nächste große Stopp nach der Great Ocean Road war dann Adelaide, die letzte Großstadt für einige tausend Kilometer. Hier waren wir mit Hansi & Margit verabredet, mit denen wir dann unsere Tour durch das Outback machen wollten. Aber erstmal stand die Besichtigung von Adelaide auf dem Programm.
Am Ersten Tag sind wir allerdings nicht wirklich in die Stadt gefahren, sondern haben uns in den Randgebieten nach neuen Schuhen für unseren Willi umgeschaut. Allerdings hatte kein Laden 4 gleiche Reifen für unsere Größe oder unsere Ansprüche… Wir wollten einfach nur einen Satz so genannter „All Terrain Reifen“, also Geländereifen, die für unsere Outbacktour besser geeignet sind, weil sie stabiler gebaut sind und die Strapazen besser wegstecken ;) Allerdings ist unser Budget ja begrenzt also konnten wir nur gebrauchte kaufen, denn neue hätten bei ca. $200 pro Stück angefangen, und das ist zu teuer. Jedenfalls sind wir bestimmt 6 Reifenläden angefahren aber keiner hatte einen Kompletten Reifensatz :( Aber immerhin haben wir zwei mal zwei Reifen bekommen, und das ist ja immerhin etwas.
Die Suche nach den Reifen hat dann doch eine ganze Weile in Anspruch genommen und so sind wir dann zu einem Parkplatz gefahren auf dem wir die Nacht verbringen wollten. Der war auch an und für sich ganz nett, zumindest bis es dunkel wurde, dann kamen nämlich tausende von Mücken die uns förmlich aufgefressen haben! Wir haben in Lichtgeschwindigkeit unser Bett umgebaut und sind rein gesprungen. Doch auch im Bett wurde es nicht besser, denn während des Umbauens sind ca. 20 Mücken ins Auto gekommen, und die wollten ja alle noch getötet werden ;) Die Jagd ging also weiter und irgendwann waren alle tot, zum Glück! Währenddessen haben wir gesehen wie draußen zwei junge Männer versucht haben ihr Auto anzuschieben, sie hatten nämlich ihr Licht angelassen und so war ihre Batterie leer. Es wollte aber alles nicht so richtig klappen, also ist Timo dann nochmal ausgestiegen und hat geholfen. Da hat es mit dem Anschieben dann auch geklappt, ansonsten hätten wir mit Überbrückungskabeln weiter helfen können.
Die nächsten Tage haben wir dann damit verbracht uns die Stadt anzuschauen. Adelaide ist als die australische Festival-Hauptstadt bekannt. Es waren auch gerade 2 große Festivals im Gange, aber von denen haben wir nicht so viel mitbekommen, weil wir andere Dinge zu tun hatten. Einen Vormittag haben wir um „Museum of South Australia“ verbracht und konnten uns dort eine wunderbare Ausstellung über die Kultur und Geschichte der Aboriginies ansehen, von Waffen über Wassersäcke, Medizin (auch Drogen :p) und Methoden zum Feuer machen war dort sehr viel ausgestellt.
Die restlichen Tage haben wir dann oft damit verbracht noch Besorgungen zu machen, die wir im Outback gebrauchen können. Und wir haben, da die Fleischversorgung in der Wüste schwierig und vor allem teuer ist, Gehacktes gekauft und uns ein paar Gläser davon eingekocht die wir dann so nach und nach aufbrauchen können ;) Am Montag dem 01.03. ging es dann morgens los Richtung Alice Springs. Das erste Ziel war der Flinders Ranges National Park. Die Hauptattraktion des Parks ist das Wilpena Pound, eine Art riesige Salatschüssel mitten in der Natur. Da wir erst Nachmittags angekommen sind war es schon zu spät um noch auf den Rand der Schüssel zu laufen. Das Wäre eine ca. 4-stündige Wanderung gewesen, und dazu war es einfach schon zu spät. Also sind wir noch weiter gefahren zum Campingplatz wo wir schlafen wollten. Die Wanderung haben wir uns dann für den nächsten Morgen vorgenommen. Also ging es noch ca. 30 km weiter, den größten Teil davon über Schotterpiste und durch ausgetrocknete Flussbetten ;) Noch wenige Tage zuvor war die Strecke unpassierbar, weil es stark geregnet hatte, aber wir haben bis auf eine große Pfütze (siehe Fotos) kein Wasser gesehen.
Nach einem schnellen Frühstück ging es dann am nächsten Morgen zurück zum Wilpena Pound und wir haben die Wanderung in Angriff genommen. Zum Glück war es nicht so heiß an diesem Tag, denn die Strecke war zwischendurch echt steil und felsig. Nach etwa 1,5 h waren wir oben angekommen und konnten in die Schüssel schauen ;) Die Aussicht war schön, aber den richtigen Eindruck von der Schüssel bekommt man erst wenn man einen Rundflug drüber macht. Das haben wir aber nicht gemacht ;) Dafür gibt es ja Postkarten wo das Bild aus dem Flugzeug drauf ist.
Nach der Wanderung haben wir dann noch Mittagspause gemacht und die weitere Planung besprochen. Das Tagesziel war dann Leigh Creek, kein besonderer Ort, aber der Sprit war dort vergleichsweise billig. Auf dem Weg dort hin haben wir noch einen gewollten Umweg über Schotterpiste in kauf genommen, der jedoch mit einem platten Reifen an unserem Auto endete :( Nach dem Reifenwechsel sind wir dann nur noch ein Stück gefahren und haben die Nacht auf einem Rastplatz verbracht. Die letzten 60km nach Leigh Creek sind wir dann am nächsten Morgen gefahren. Wir hatten noch nicht gefrühstückt, weil die Fliegen auf dem Parkplatz so lästig waren, also haben wir zwischendurch angehalten. Passender weise im „Breakfast Time Creek“ war schöner Schatten und zum Glück kein Wasser ;) Die Fliegen waren zwar kaum weniger lästig aber wir hatten Hunger und haben dann eben dort gefrühstückt.
In Leigh Creek waren wir dann nur tanken und haben uns Informationen über die Straßenzustände besorgt, denn viele Straßen waren auf Grund starker Regenfälle überflutet oder wegen zu großem Schaden gesperrt. Bis nach Coober Pedy war aber alles halbwegs passierbar, und das war erstmal das wichtigste für uns. An diesem Tag wollten wir aber erstmal bis nach William Creek kommen. Wir hätten es auch fast problemlos geschafft, wenn uns nicht 30 km vorher noch der zweite Reifen geplatzt wäre :( Das war ärgerlich, denn den ganzen Tag haben sie gut durchgehalten und keine Probleme gemacht, und kurz vor dem Ziel lässt er uns im Stich. Zum Glück haben wir noch einen zweiten Ersatzreifen, der war dann auch schnell montiert und die restliche Strecke konnte in Angriff genommen werden. Erstaunlicherweise sind uns beide Reifen immer beim Sonnenuntergang kaputtgegangen ;) Sozusagen „kurz vor Feierabend“… aber was solls. In William Creek sind wir ja noch angekommen und dort gab es auch eine Werkstatt die Reifen repariert. Stellt euch allerdings unter William Creek nichts besonderes vor, denn eigentlich gibt es dort nichts außer ein Roadhouse (also Raststätte), einen Campingplatz und vielleicht noch drei andere Häuser. Das Roadhouse war aber etwas besonderes, denn an jeder Wand hingen hunderte (wenn nicht sogar tausende) von Erinnerungsstücken die Leute da gelassen haben. Dort hing echt alles, angefangen bei Visitenkarten, Fotos, Schülerausweisen, Personalausweisen,ein alter DDR-Führerscheinen, Kennzeichen, Hüten bis hin zu Kreditkarten, Postkarten, Geldscheinen verschiedenster Währungen und und und… Dort haben wir dann auch unsere Reifen reparieren lassen, denn ganz ohne Ersatzreifen wollten wir nicht weiter ziehen. Leider mussten wir dafür auch $50 pro Reifen in Kauf nehmen. Aber was blieb uns anderes übrig?! Wir hatten keine große Strecke vor an diesem Tag, also standen wir nicht unter Zeitdruck. Das Reparieren hat eine gute Stunde gedauert, weil er einen Reifen zweimal machen musste (der Flicken hat nicht gehalten).Die Zeit haben wir uns damit vertrieben uns auch an einer Wand zu verewigen :) Wir hatten noch eine Postkarte von Erfurt dabei, auf die haben wir unsere Namen und das Datum drauf geschrieben und sie mit an die Wand gesteckt. Aber dann konnten wir weiter, zumindest 20 km. Dann haben wir einen Fotostop gemacht und sind auf einem Schrottauto herum gesprungen. Zurück am Auto konnte Timo ein Zischen an einem der geflickten Reifen hören. Unglücklicherweise genau der, der ans Auto montiert war. Also hieß es wieder: Reifenwechsel. Zum Glück waren wir noch nicht weit gefahren und konnten umdrehen und zurückfahren. Wieder im Roadhouse angekommen hat sich der Chef vor Entschuldigung und Verköstigung kaum wieder eingekriegt. Jeder von uns hat ein Getränk auf Kosten des Hauses bekommen, dann gabs noch Eis und den Reifen hat er natürlich auch kostenlos neu geflickt. Echt nett diese Australier ;) Es war nur schade um die Zeit die wir dadurch wieder opfern mussten. Aber was solls, wenn wir den Reifen woanders hätten flicken lassen müssen, hätte es nur wieder Geld gekostet.
Nachmittags sind wir dann in Coober Pedy angekommen, eine Stadt die sich selbst als Opal Hauptstadt der Welt darstellt. Und tatsächlich ist das Hauptgeschäft der Stadt Opale suchen, schleifen und verkaufen. Über 40 Nationen finden sich in der Bevölkerung der Stadt und die Hälfte der Menschen leben unter der Erde, in alten Minenschächten oder eigens dafür gegrabenen Wohnlöchern ;) Der Grund dafür ist die Stark schwankende Temperatur über das Jahr. Im Winter kann es nachts bis zu 0°C kalt werden, wobei die Sommertemperaturen bis zu 50°C erreichen. Unter der Erde ist die Temperatur allerdings immer konstant und macht das Wohnen komfortabler. Wir haben die Nacht auf einem Campingplatz (aber übertage) verbracht. Am nächsten Morgen sind wir dann vor der Abfahrt noch einkaufen und tanken gewesen und haben uns eine unterirdische Kirche angeschaut. Geplant war das wir von Coober Pedy aus wieder weg vom geteerten Highway auf unsere geliebten Schotterpisten fahren, aber es waren zuviele Strecken gesperrt und wir konnten leider nicht wie geplant auf nicht-asphaltierten Strecken nach Alice Springs. Also ging es von da an auf dem Highway weiter nach Alice Springs. Wir hatten noch ca. 850 km vor uns, allerdings gab es nicht sonderlich viel zu sehen. Die Hauptbeschäftigung war also nur Fahren. Wir haben uns noch die Henbury Meteoritenkrater und das sogenannte Rainbow Valley angesehen. Die Meteoritenkrater sind die Hinterlassenschaften von mehreren Einschlägen, insgesamt 12, die einen Durchmesser von 7 bis 180m haben und bis zu 15m tief sind. Der größte Felsbrocken der vom Himmel kam ist immerhin 44kg schwer und liegt jetzt in einem Museum in Alice Springs.
Das Rainbow Valley bekam seinen Namen von den verschiedenfarbigen Gesteinen aus denen es gebildet ist. Vor allem in der Abendsonne erleuchten die Felsen in wunderbaren Farben und machen das Rainbow Valley so schön.
Danach ging es direkt nach Alice Springs wo wir uns nun zwei Tage ausruhen, bevor es Dienstag weiter ging Richtung Western Australia geht. Vor uns liegen dann geschmeidige 1500km Schotterpiste, davon 1200km am Stück! Das wird sicher eine Herausforderung für Mensch und Material, aber das wird schon ;) Wir freuen uns jedenfalls und sind gespannt wieviel Gegenverkehr wir erwarten können. Wir sicherlich nicht viel ;) Vor allem auf der Strecke vom Ayers Rock nach Westen bis nach Kalgoorlie.
Wir sind sicherlich 8 Tage unterwegs im Niemandsland und haben danach erst wieder Anschluss an die Zivilisation. Wenn wir unser Abenteuer hinter uns haben gibt es sicherlich wieder einen neuen Blogeintrag und viele neue Fotos auf die ihr euch schon freuen könnt :)
Also dann, bis bald ;)
Liebe Grüße von Timo & Tina
