Tauchen am Great Barrier Reef
Bei uns ist endlich mal wieder etwas passiert! Wir waren am Great Barrier Reef tauchen, genauer gesagt am Hardy Reef. Da Tina am Freitag frei hatte, haben wir uns vorgenommen nochmal eine Tour zu machen. Diesmal eben ans Riff, denn wir wollten auch nochmal tauchen, denn so schnell kommt man nichtmehr ans Great Barrier Reef zum tauchen. Also haben wir letzten Montag eine Tour gebucht inkl. Tauchgang und gestern ging es dann los.
Wir mussten ziemlich früh raus denn der Bus kam schon kurz nach 7 und um 8 fuhr das Schiff zum ca. 30 km entfernten Riff. Da wir aber erst um 6 aufgestanden sind war alles ein bisschen stressig mit Frühstücken und waschen. Aber wir haben es noch geschafft :)
Die Fahrt dauerte fast 3 Stunden, weil wir noch an zwei Inseln Zwischenstopp gemacht haben um Gäste raus zulassen und einzuladen. Aber wir haben uns die Zeit mit sonnen, Kaffee & Tee trinken und essen vertrieben, das war nämlich alles umsonst. Außerdem gab es noch eine Einweisung für die Taucher, auf was man achten muss usw. Vorher musste man noch eine medizinische Checkliste ausfüllen.
Als dann alles formelle erledigt war, legte unser Schiff an einer schwimmenden Plattform direkt an der Riffkante an. Wir sind 10.45 Uhr angekommen und 11.30 Uhr sollte unser Tauchgang beginnen. Also haben wir uns noch die Zeit auf der Plattform vertrieben und haben uns wieder in sexy „Stingersuits“ gezwängt um gegen Verbrennungen durch Quallen geschützt zu sein. Dann haben wir noch fix Flossen geholt und sind dann kurz vor halb 12 zum Taucher-Treffpunkt gegangen. Da haben wir uns dann noch kurze Neoprenanzüge drübergezogen, damit es im Wasser nicht zu kalt wird (war es am Ende aber trotzdem :-D). Danach hat jeder noch einen Bleigürtel um bekommen und wir haben aufblasbare Westen angezogen, an denen das ganze restliche Tauchequipment dran war. Also am wichtigsten natürlich die Flasche mit genügend Sauerstoff, zwei Mundstücke, um zur Not einen zweiten Taucher mit Luft zu versorgen, Luft- und Tiefenmesser und eine „Fernbedienung“ um die Weste aufzublasen oder zu entleeren.
Als alle 7 Taucher komplett ausgerüstet waren, ging es ein paar Stufen runter unter die Hauptplattform auf eine Übungsplattform, auf der man etwa bis zur Hüfte im Wasser stand. Dort haben wir dann erstmal Flossen angezogen und Brillen aufgesetzt. Danach folgten erstmal ein paar Übungen.
Als erstes haben wir uns dann erstmal hingesetzt um komplett unter Wasser zu sein um uns an das Atmen zu gewöhnen. Danach sollten wir unsere Brille von Wasser befreien was eventuell rein laufen könnte. Dazu nimmt man zwei Finger, drückt sie gegen die Kante der Brille über der Nase, legt den Kopf in den Nacken und atmet einmal kräftig durch die Nase aus – bloß nicht ein, sonst schmeckt es richtig eklig :-D. Um den Ernstfall etwas reeller zu gestalten hat die Tauchlehrerin, die uns begleitet hat, etwas Wasser in unsere Brillen laufen lassen. Es hat aber bei allen super geklappt und wir konnten die nächste Übung machen. Dazu mussten wir einatmen, dann das Mundstück aus dem Mund nehmen, die Luft weiter aus dem Mund blubbern lassen, das Mundstück wieder in den Mund stecken und einmal kräftig durch blasen. Ziel war es, falls man das Mundstück verliert, oder es aus irgendeinem Grund voll Wasser ist, das Wasser rauszublasen um es nicht ausversehen einzuatmen. Nachdem auch das alle geschafft hatten, konnten wir uns langsam von der Plattform gleiten lassen. Da diese Tauchgänge aber für Leute gemacht sind, die eventuell noch nie getaucht sind, erfolgt der eigentliche Tauchgang am Seil, das einem sozusagen die Route vorschreibt. Als wir dann also alle am Seil hingen, ging es langsam nach unten. Dabei mussten etwa jeden Meter den wir weiter nach unten gingen, den Druck in unseren Ohren ausgleichen. Das kennt jeder, wie im Flugzeug – Nase zuhalten und feste drücken. Aber da kam schon das erste (und zum Glück auch einzige Problem) für Timo. Der Druck im rechten Ohr lies sich einfach nicht ausgleichen und fing langsam an weh zutun. Ein zweiter Tauchlehrer der die Gruppe begleitet hat kam dann zur Hilfe und hat Timo an der Weste einen Meter hochgezogen um den Druck zu verringern. Doch auch da wollte es nicht so richtig klappen. Nach zahlreichen Versuchen und mehrmaligem hoch und runter kam dann der große Knack im Ohr und es konnte weitergehen. Wehrendessen war der Rest der Gruppe schon ein paar Meter weiter weg und weiter unten. Als wir an der tiefsten Stelle angekommen waren (bei ca. 10m), durften wir mal in eine Anemone rein fassen. Die sind ganz witzig klebrig, bzw. halten sich an dem fest was in die rein fasst. Aber giftig oder gefährlich war sie für uns nicht ;) Danach wurde noch eine Seegurke herumgereicht. Die sehen aber ganz und gar nicht aus wie Salatgurken oder Saure Gurken. Die Form erinnert nur ein wenig daran. Nachdem wir dann alle noch eine Koralle in der Hand hatten, ging es noch ein paar Meter am Seil entlang und dann schonwieder zurück nach oben. Und das fanden wir ganz ehrlich sehr enttäuschend. Wir waren zwar eine gute halbe Stunde richtig tauchen, aber das was wir gesehen haben war eigentlich so gut wie gar nichts. Außer die Anemone, die Seegurke und eine runde Koralle war sonst alles überwiegend grau und es waren kaum Korallen zu sehen. Ganz zu schweigen von Fischen, von denen wir auch nur ein paar gesehen haben. Wir sind am Ende froh gewesen, das wir nicht noch einen zweiten Tauchgang gemacht haben, wie wir es eigentlich vor hatten. Aber das wäre wirklich raus geschmissenes Geld gewesen und hätte sich nicht gelohnt.
Als wir dann gegen Halb 1 wieder aus dem Wasser waren (mit Vorbereitung usw. hat alles eine gute Stunde gedauert), haben wir erstmal etwas zum Mittag gegessen. Es gab Würstchen, Hühnchenspieße und Salat. Die Würstchen waren natürlich wieder mal gar nichts für unseren verwöhnten Thüringer-Bratwurst-Geschmack, aber was solls. Es hat satt gemacht.
Nach dem Mittag haben wir dann noch eine Fahrt im Halb-U-Boot gemacht, also ein Boot mit Glasboden. Aber auch da lies die Farbenpracht des Riffs zu Wünschen übrig. Korallen waren zwar diesmal mehr zu sehen, aber die meisten waren nur irgendwas zwischen braun und grau. Ganz selten mal ein farbiges Exemplar, was sehr traurig anzusehen war. Als wir dann wieder zurück auf dem Ponton waren hatten wir noch eine knappe halbe Stunde Zeit bis das Schiff wieder nach Hause fuhr. Als haben wir uns wieder in Stingersuits gepresst und sind noch schnell eine Runde schnorcheln gegangen. Da haben wir dann wenigstens ein paar bunte Fische gesehen und auch die ein oder andere farbige Koralle. Aber alles in allem war das Riff weit von dem entfernt was wir uns vorgestellt hatten, leider.
Kurz nach halb 3 fuhr dann das Schiff wieder Richtung Hafen. Auch auf der Heimfahrt haben wir wieder 2 Zwischenstopps gemacht und waren dann kurz nach halb 6 wieder an Land.
Der Shuttlebus hat uns dann auch wieder nach Airlie Beach gebracht und wir sind erstmal nach Hause gegangen ;)
Kurz vor 7 wurde die Unterwasserkamera wieder abgeholt, die wir am Vortag bekommen haben. Die hat übrigens stattliche $500 Pfand gekostet! Und das in Bar. Aber wir haben natürlich alles wiederbekommen.
Alles in allem kann man sagen, das der Trip an sich sehr schön war. Tauchen hat viel Spaß gemacht und die Leute waren alle sehr nett. Aber dass das Riff so eine Enttäuschung ist fanden wir sehr traurig. Wir hoffen das wir an der Westküste vielleicht nochmal ein Riff finden, das hält was es verspricht.
Am kommenden Samstag, dem 28.11., geht es bei uns voraussichtlich weiter. Endlich! Wir haben es langsam satt immer nur hier zu sein. Am ersten Tag fahren wir aber noch nicht ganz so weit. Wir wollen in einen ca. 230km von hier entfernten Nationalpark und dort 2 Nächte verbringen, danach immer weiter südlich. Das nächste große Abenteuer wird wohl Fraser Island. Die Weltgrößte Sandinsel wartet schon auf uns und unseren Willi. Da kann er dann mal zeigen was seine 4 Räder so drauf haben und wir hoffen das wir nicht, oder zumindest nicht so oft, stecken bleiben ;)
Also bis zum nächsten Bericht!
Viele liebe Grüße von Timo & Tina.
