12.Juni
Erst im letzten August waren wir in Cairns, als unsere Reise durch Australien begonnen hat. Nun sind wir schonwieder hier und müssen uns damit abfinden, dass unsere Reise bald ihr Ende findet. Das ist einerseits natürlich traurig, aber wir freuen uns auch schon wieder sehr wieder zu Hause zu sein und unsere Familie und Freunde wiederzusehen!
Seitdem wir in Darwin unseren letzten Blogeintrag veröffentlicht haben ist natürlich wieder viel passiert, sind immerhin mehr als 3000km Strecke gewesen die wir seit dem zurückgelegt haben! An Tinas Geburtstag sind wir nachmittags aus Darwin losgefahren Richtung Kakadu Nationalpark, wo wir die nächsten paar Tage verbringen wollten. Von Darwin aus sind es etwa 280km bis Jabiru, einem Ort der im Nationalpark liegt. Kurz dahinter liegt der Campingplatz auf dem wir die Nacht verbringen wollten. Es war schon dunkel als wir ankamen, aber wir wollten nicht gleich ins Bett, sondern erst noch ein schönes Abendessen anlässlich Tinas Geburtstags kochen. Es sollte Kängurubraten mit Klößen und Rotkraut geben. Doch leider wurde daraus nichts :( Nachdem wir aus dem Auto ausgestiegen waren, wurden wir von hunderten aggressiver Mücken überfallen, die trotz starkem Mückenspray durch die Kleider durchgestochen haben und uns so richtig den Abend versaut haben! Aus dem schönen Essen wurde also nichts und wir sind ohne Essen ins Bett :( Kein schöner Ausklang eines Geburtstags. Doch auch im Auto war es kaum besser. Geschätzte zwei Dutzend Mücken sind mit uns in Auto gekommen und haben uns die Nacht zur Hölle gemacht. Aber die Mücken waren nichtmal das Schlimmste. Viel schlimmer war die unerträglich schwüle Hitze die im Auto und auch draußen herrschte. Es waren wahrscheinlich 35°C im Auto und wir haben geschwitzt wie die Schw….! Eine schreckliche Nacht, die schlimmste die wir bisher im Auto erlebt haben. Aber wir haben es zum Glück überlebt. Und am nächsten Morgen war es erstmal nicht ganz so heiß.
Das war dann der 27. und ich hatte für Tina noch eine Geburtsgagsüberraschung geplant, von der sie nicht wirklich etwas wusste. Sie wusste zwar, dass sie etwas bekommt, aber nicht, was. Ich musste mich also noch ein paar Stunden ihren löchernden Fragen stellen und aufpassen, nicht zu viel zu verraten.
Vormittags sind wir zu einer ehemaligen Kultur- und Versammlungsstätte der Aboriginies gefahren. Ein Wanderweg hat uns dort an vielen Wandmalereien vorbei geführt, die bis zu 2000 Jahre alt sind. Die meisten dieser Malereien sind noch unglaublich gut zu erkennen, wenn man bedenkt, das sie schon so alt sind! Mir hat es echt gefallen, Tina war jedoch mit ihren Gedanken dabei, auszugrübeln was ich ihr wohl schenken würde, und konnte sich kaum konzentrieren ;) Nachdem wir die kurze Wanderung zu Ende gelaufen waren, war es schon fast halb 12 und wir mussten langsam los, denn halb 1 sollte meine Überraschung sein. Wir hatten also einen festen Termin und standen schon fast unter Zeitdruck. Während der Fahrt hat Tina immer wieder durch eine Info-Zeitung geblättert und auf die Touren gezeigt, die ich ihr schenken könnte. Ich musste versuchen eisern zu bleiben und nicht zu verraten was ich ihr schenke ;) Als wir dann an Jabiru vorbeigefahren sind, war es ihr förmlich klar, denn am Straßenschild stand nur „Jabiru Airport“ und noch eine Uranmine. Das ich sie nicht durch letzteres führen würde, war irgendwie klar ;) Also ging es zu dem kleinen Flughafen wo unser Rundflug über den Nationalpark startete. Nachdem wir eingecheckt haben, mussten wir noch 15 Minuten warten bevor der Pilot uns unsere Tickets abgenommen hat. Danach gab es eine kurze Einweisung über die Flugroute und ein paar Hinweise zum Flugzeug. Dann hieß es Sitzplätze einnehmen und anschnallen. Wir waren 12 Fluggäste und wir hatten jeder einen Fensterplatz – was für ein Luxus ;) Tina und ich saßen direkt hinter den beiden Piloten. Nachdem der Motor angelassen und warmgelaufen war, ging es auf zur Startbahn und dann sind wir abgehoben in unseren einstündigen Rundflug.
Bei dem Rundflug haben wir einen sehr guten Eindruck davon bekommen, wie groß und schön dieser Nationalpark ist. Wir sind am sogenannten Escarpment (beudetet Steilwand) vorbei geflogen. Diese Steilwand ist über 200km lang und bis zu 300m hoch. Außerdem bildet sie die Grenze zum Arnhem Land, einem riesigen Gebiet das von den Ureinwohnern Australiens verwaltet wird. Das Highlight des Rundfluges waren die beiden Wasserfälle „Jim Jim Falls“ und „Twin Falls“. Die Jim Jim Falls sind stattliche 200m hoch und beide fallen nur während der Regenzeit. Die Ironie daran ist jedoch, das man sie während der Regenzeit nicht mit dem Auto erreichen kann, weil man durch den „Jim Jim Creek“ fahren muss, und der einfach zu tief ist wenn es die ganze Zeit regnet. Es wird also behauptet, das man sie entweder trocken sieht, oder gar nicht. Es sei denn man fliegt drüber, so wie wir ;) Die beiden Wasserfälle liegen recht nah beieinander und wir sind über beide ein paar Runden geflogen, damit jeder mal einen guten Blick darauf genießen konnte. Danach ging es wieder zurück Richtung Flughafen, noch vorbei an ein paar kleineren Wasserfällen und anderen Sehenswürdigkeiten. Nachdem wir sicher gelandet waren und wieder festen Boden unter den Füßen hatten gab es erstmal was zu Essen. Timo war es zum Ende des Fluges hin immer schlechter gegangen, aber zum Glück blieb es nur beim schlecht fühlen ;) Nachdem wir was gegessen hatten ging es auch schon viel besser und wir konnten uns dem Rest des Tages widmen. Unser letztes Tagesziel war eine andere Stätte der Aboriginies, an der wir viele weitere Malereien betrachten konnten. Es wurde dann langsam Zeit zum Campingplatz zu fahren, denn an diesem Abend sollte es noch vor dem dunkel werden Essen geben, damit wir nicht wieder von den tausenden Mücken aufgefressen werden. Pünktlich zum Sonnenuntergang kamen dann auch hunderte dieser Plagegeister und wir haben uns schnell ins Zelt geflüchtet.
Am nächsten Tag haben wir den Nationalpark dann schon wieder verlassen. Die größten Highlights hatten wir gesehen und zu den Jim Jim bzw. Twin Falls konnten wir nicht, da die Straße noch gesperrt war. Also sind wir wieder nach Katherine gefahren, haben dort ein bisschen eingekauft. Die Nacht haben wir dann auf einem Rastplatz am Highway verbracht. Hier war es zum Glück nicht mehr ganz so schwül und nachts hat es auch noch schön kräftig geregnet.
Am nächsten Tag stand dann ein ganzes Stück Fahrt vor uns, denn wir wollten bis zu den Devils Marbles kommen. Das sind hunderte von runden Granitfelsen, die entweder einzeln herumliegen oder zu hohen Türmen aufgestapelt sind. Auf dem Weg dorthin waren wir noch in Daly Waters, dem Ort mit australiens einsamster Ampel. Kurz nach Sonnenuntergang waren wir dann an den Devils Marbles und haben dort über Nacht auf einem Campingplatz geschlafen. Zwei dieser Devils Marbles sind besonders berühmt, weil sich da immer die Leute dazwischen stellen und Fotos von sich machen lassen. Das sieht zwar auf den Bildern immer gut aus, aber da hoch zu kommen ist verdammt schwer! Die beiden Kugeln sind mehr als 1,5m auseinander und viele Möglichkeiten zum festhalten gibt es nicht. Timo hat sich dann am nächsten Morgen hoch gekämpft und musste eine weile aushalten, bis Tina alle ihre gewünschten Fotos gemacht hatte. Wir sind schon vor Sonnenaufgang aufgestanden, weil wir gehofft haben, die Sonne würde vielleicht genau zwischen den beiden Murmeln aufgehen. Das hat sie zwar nicht gemacht, aber wenigsten waren wir die einzigen die dort waren und hatten somit unsere Ruhe. Wir sind dann noch einen kleinen Rundweg entlanggelaufen, auf dem die Entstehung und die immer noch anhaltende Veränderung der Devils Marbles erklärt wurde. Danach ging es wieder auf die Piste und wir sind bis nach Mt. Isa in Queensland gefahren. Das war die mit über 750km die wahrscheinlich längste Strecke die wir an einem Tag zurückgelegt haben. Aber langweilig wars ;) Mt. Isa ist die flächenmäßig drittgrößte Stadt der Welt und die Wirtschaft wird bestimmt von Kupfer, Zink und Blei-Industrie. Ein 265m hoher Schornstein der Bleischmelze überragt alles andere in Stadt und Umland und ist schon weit hin sichtbar.
In den nächsten zwei Tagen sind wir nach Gilberton gefahren. Der Rinderfarm, auf der wir schon zu Beginn unserer Reise waren. Dort wurden wir wieder herzlich begrüßt und gleich am ersten Tag ging es ans eingemachte, denn ein riesiger Ochse wurde geschlachtet und musste zerlegt und verarbeitet werden. Über Nacht wurde das Fleisch an der Luft abgehangen und am nächsten Tag hatten wir einige Stunden zutun um alles klein zu schneiden und zu Hackfleisch zu verarbeiten.
Tradition am Morgen nach dem Schlachttag ist, das es zum Frühstück Steaks, Leber und … Gehirn mit Reis gibt! Die Steaks waren gut aber das Gehirn war… naja, nicht sonderlich lecker! Aber man muss ja alles mal gekostet haben :-D
Am nächsten morgen haben wir uns dann fertig gemacht um mit Rob einen Zaun bauen zu gehen. In ein paar Tagen steht ein großer Viehtrieb an und dazu musste eine Art Korridor für die 1500 Rinder gebaut werden. Bevor es los ging musste noch einiges an Material zusammengesucht werden und, vor allem, die Kiste mit dem Mittagessen. Dann ging es etwa 10km durch den Busch bevor wir am Ziel waren. Danach hat uns Rob ein bisschen was erklärt und dann ging es los. Das Prinzip ist recht einfach. Drei Leinen Stacheldraht an einen Baum binden, mit dem Auto den Draht abrollen bis man am nächsten Baum oder Pfeiler ist, von dort aus den Draht spannen wie eine Gitarrensaite und festbinden. Danach wieder zurück zum Anfang und in regelmäßigen Abständen Pfosten in den Boden rammen an dem schließlich noch der Stacheldraht angebunden wird. Das macht man dann so lange immer wieder so, bis das Tagesziel erreicht ist, oder der Stacheldraht aus geht. Wir waren an diesem Tag zu viert. Rob, T&T und noch Wei Fang, eine Backpackerin aus Taiwan. Dadurch ging es recht schnell voran. Zwischendurch kam dann noch Ashley vorbei und hat ein bisschen geholfen. Timo ist dann kurz nach 3 mit ihm zurück zum Haus gefahren, weil sie abends noch zum Känguru-Schiessen gehen wollten. Tina ist mit den anderen beiden noch da geblieben und hat noch ein bisschen weitergemacht.
Die Einzelheiten zum Känguru-Schiessen erzählen wir hier lieber nicht genauer ;) Wir waren allerdings auch nicht so erfolgreich wie gehofft und sind schon halb 1 nachts wieder zu Hause gewesen. Das war insofern aber nicht so schlimm, weil wir ja am nächsten Tag weiter am Zaun bauen wollten.
Die Zeit auf der Farm verging leider wieder viel zu schnell und nach nur 4 Nächten sind wir wieder aufgebrochen in Richtung Cairns, um dort unser Auto zu verkaufen.
Hier sitzen wir nun schon seit fast einer Woche und warten darauf, das sich jemand meldet, der unseren Willi haben will. Bis jetzt hatten wir einen Interessenten, aber der hat sich dann nach einem billigerem Auto umgesehen. Selbst schuld :-P
Wir hoffen aber das wir nicht mehr allzu lange hier warten müssen und sich bald jemand findet.
Wenn es zeitlich klappt wollen wir noch nach Fiji fliegen und sozusagen Urlaub vom Urlaub machen ;) Aber dazu brauchen wir erstmal Geld, das wir hoffentlich durch Willi bekommen.
Das hier war sicher nicht der letzte Blogeintrag! Es kommt bestimmt noch der ein oder andere, keine Sorge.
Jetzt schaut euch erstmal in Ruhe die Bilder an. Diesmal das erste Mal mit Luftaufnahmen ;)
Also dann, bis bald!
Timo & Tina